Elisabeth Goell   soprano

 

 

 

Weihnachtslieder von Komponistinnen

Űbersetzungen der Liedertexte

 

  1. Muriel Herbert   (1897 – 1984)  

 

Sing unto the Lord all the Earth        (from Psalm 96)

 

Sing unto the Lord all the earth

Shew forth from day to day his salvation.

Declare his glorious works amongst all nations

For great is the Lord and greatly to be praised.

Worship the Lord in the beauty of holiness,

Let the heavens be glad and let the earth rejoice.

Then shall the trees of the wood sing out,

At the presence of the Lord sing out,

Sing out at the presence of the Lord.

Sing unto the Lord all the earth

Shew forth from day to day his salvation.

Declare his glorious works amongst all nations,

For great is the Lord and greatly to be praised.

 

 

Singet dem Herrn  alle  Welt     (aus Psalm 96)

 

Singet dem Herrn alle Welt

Bezeuget seine rettende Wunder jeden Tag

Erzählt von seinen herrlichen Taten unter den Völkern

Denn groß ist der Herr und hoch zu preisen.

Dienet dem Herrn in der Schönheit des Heilseins,

Der Himmel freue sich und die Erde frohlocke.

Jubeln sollen alle Bäume des Waldes

In der Gegenwart des Herrn singt jubelnd,

Singt jubelnd in der Gegenwart des Herrn.

Singet dm Herrn alle Welt

Bezeuget seine rettende Wunder jeden Tag

Erzählt von seinen herrlichen Taten unter den Völkern

Den groß ist der Herr und hoch zu preisen.

 

 

 

  1. Muriel Herbert   (1897 – 1984)

 

I cannot lose Thee for a Day   (Text:George Meredith)

 

I cannot lose Thee for a day;

But like a bird with restless wings

My heart shall find Thee far away,

And on Thy bosom fall and sing,

My nest is here, my rest is here;

And in the lull of wind and rain,

Fresh voices make a sweet refrain,

“His rest is there, His nest is there.”

 

With Thee the wind and sky are fair,

But parted both are strange and dark;

And treacherous the quiet air

That keeps me singing like a lark,

O shield my love, strong arm above!

Till in the hush of wind and rain,

Fresh voices make a sweet refrain;

“The arm above will shield thy love”

 

 

 

Ich kann Dich selbst nicht für einen Tag vermissen

 

Ich kann Dich selbst  nicht für einen Tag vermissen,

Aber wie ein Vogel mit ruhelosen Flügeln

Wird Dich mein Herz auch weit weg finden

Und auf Deine Brust fallen und singen

Mein Nest ist hier, meine Rast ist hier

Und in der Wind – und Regenstille

Ergeben frische Stimmen einen süßen Refrain

„Seine Rast ist dort, Sein Nest ist hier“.

 

Mit Dir zusammen sind der Wind und der Himmel heiter

Aber von Dir getrennt sind sie fremd und dunkel

Und verräterisch die geräuschlose Luft

Die mich wie eine Lärche zum Singen anhält

Oh beschütze meine Liebe, starker Arm von Oben!

Bis daß im Schweigen des Windes und des Regens

Frische Stimmen einen süßen Refrain machen

„Der Arm von Oben wird deine Liebe schützen“.

 

 

 

3.       Catharina van Rennes  (1858- 1930)

 

Nacht    (Text:W.L.Welter jr)   Op 8 No3

 

De nacht is gezonken, de morgen ligt ver;

Dar blinkt aan den hemel geen enkele ster!

Maar diep in mijn boezem is’t helder en licht,

daar blinkt en daar schittert,

daar blinkt en daar schittert Uw stralend, Uw stralend gezicht!

Maar diep in mijn boezem daar blinkt en daar schittert

Uw stralend gezicht!

 

 

Nacht  

 

Die Nacht ist gefallen, der Morgen liegt noch weit,

da funkelt am Himmel kein einziger Stern!

Aber tief in meinem Herzen ist es hell und licht,

da leuchtet und glüht,

da leuchtet und glüht Euer strahlendes, Euer strahlendes Gesicht!

Aber tief in meinem Herzen da leuchtet und glüht

Euer strahlendes Gesicht!

 

 

Night  

 

The night has fallen, the morning is far!

Not one star glimmers in the sky!

But deep in my heart there is brightness and light,

There gleams and glistens,

There gleams and glistens Thy radiant, Thy radiant face!

But deep in my heart there gleams and there glistens

Thy radiant face!

 

 

 

4.       Sibylle Mertens-Schaaffhausen   (1797-1857)

 

Ich gedachte in der Nacht   (Text:J.W.von Goethe)

 

Ich gedachte in der Nacht, daß ich den Mond säh im Schlaf.

Ich gedachte in der Nacht, daß ich den Mond säh im Schlaf;

Als ich aber erwachte,

als ich aber erwachte,

ging unvermutetdie Sonne auf!

Ging unvermutet die Sonne auf!

Ging sie auf!

 

 

I perceived  during the night  

 

I perceived during the night, that I saw the moon whilst asleep

I perceived during the night, that I saw the moon whilst asleep:

But as I awakened,

But as I awakened,

Unexpectedly the sun rose!

Unexpectedly the sun rose!

She rose!

 

 

 

5.       Emilie Zumsteeg   (1796-1857)

 

 

Lied

     (aus Fr. Kinds Erzählung „der Engel und die Schäferin)“

 

Weine nicht! Weine nicht, Du mein süßes leben,

laß Dein Aug’ zu jenem Licht ungetrübt sich heben

 

Schau’ empor, schau empor durch die Nebelhüllen,

dorthin wo das Sternenchor Engel Gottes füllen.

 

Freundlich lacht durch die Nacht Mondenlicht am Himmel,

feiernd ruht bei Sternenpracht irdisches Gewimmel.

 

 

 

 

Song

           (from Fr. Kin’d’s tale “the Angel and the Shepherdess”)

 

Do not cry! Do not cry, thou my sweet life,

Let your eye rise unsullied to yonder light.

 

Look up, look up through the veils of mist

To where the choir of stars is being filled by the angels of God.

 

Through the night friendly smiles the moon’s light at the sky,

Earthly bustle rests celebratory with the magnificence of the stars.

 

 

 

6.  Fanny Hensel   (1805-1847)

 

 

Du bist die Ruh     (Text:Rückert)

 

Du bist die Ruh, der Friede mild

die Sehnsucht du, und was sie stillt.

Ich weihe Dir voll Lust und Schmerz,

zur Wohnung hier mein Aug und Herz.

Ich weihe Dir voll Lust undSchmerz,

zur Wohnung hier dies Aug’und Herz.

 

Kehr ein bei mir, und schließe Du

still hinter Dir die Pforte zu,

treib andern Schmerz aus dieser Brust,
voll sei dies Herz von Deiner Lust,

dies Augenzelt, von Deinem Glanz allein erhellt,

o füll es ganz.

 

 

 

Thou art Rest  

 

Thou art rest, mellow peace

Thou art longing, and that which stills it.

I dedicate to you full of delight and pain,

As an abode here, my eye and heart.

I dedicate to you, full of delight and pain

As an abode here, this eye and heart.

 

Enter in and close Thou

Quietly the portals behind you,

Banish all other pain out of this bosom,

Filled be this heart with your delight,

This dome to the eyes enlightened only by your radiance

O fill it completely.

 

 

 

 

7. Lili Boulanger   (1893-1918)

 

 

Vous m’avez regardé avec toute votre âme

(Text:Francis Jammes)

 

Vous m’avez regardé avec toute votre âme.

Vous m’avez regardé longtemps comme un ciel bleu.

J’ai mis votre regard à l’ombre de mes yeux.

Que ce regard était passionné et calme

 

 

Ihr habt mich mit Eurer ganzen Seele betrachtet

 

Ihr habt mich mit Eurer ganzen Seele betrachet,

Ihr habt mich lange betrachtet, wie einen blauen Himmel.

Ich habe Euren Blick in den Schatten meiner Seele gelegt,

daß dieser Blick voll Leidenschaft und Stille sei.

 

 

Thou hast regarded me with all Thy soul

 

Thou hast regarded me with all Thy soul

Thou hast regarded me for a long time like a blue sky.

I have cast Thine regard into the shadows of my being

That this regard may be passionate and calm.

 

 

 

 

8. Alma Mahler  (1879-1964)

 

 

Ekstase   (Text: Otto Julius Bierbaum)

 

Gott, Deine Himmel sind mir aufgetan,

und Deine Wunder liegen vor mir da wie Maienwiesen,

drauf die Sonne scheint.

Du bist die Sonne,Gott, ich bin bei Dir,

ich seh mich selber in den Himmel gehn.

Es braust das Licht in mir wie ein Choral.

Da breit ich Wandrer meine Arme aus

Und in das Licht verweh ich wie die Nacht,

die in die Morgenrötenblust

vergeht.

 

 

 

Ecstasy  

 

God, Thy heavens have opened to me,

And Thy miracles lie before me like a meadow in May,

Upon which the sun shines.

Thou art the sun, God, I am with Thee,

I see myself walk into the heavens.

The light thunders within me like a hymn.

I, the wanderer, stretch out my arms

And I dissolve into the light like the night,

That vanishes into the dawn.

 

 

 

 

9. Alma Mahler  (1879-1964)

 

 

Lobgesang   (Text:Dehmel)

 

Wie das Meer ist die Liebe,

wie das Meer ist die Liebe:

unerschöpflich, unergründlich, unermeßlich:

Woge zu Woge stürzend gehoben,

Woge von Woge wachsend verschlungen,

sturm- und wettergewaltig nun,

sonneseelig nun,

willig nun dem Mond,

die unaufhaltsame Fläche,

doch in der Tiefe stetes Wirken ewiger Ruhe,

ungestört,

unentwirrbar dem irdischen Blick,

starr verdämmernd in gläsernes Dunkel

und in der Weite stetes Schweben ewiger Regung,

ungestillt, unabsehbar dem irdischen Blick,

mild verschwimmend im Licht der Lüfte:

Aufklang der  Unendlichkeit, der Unendlichkeit

Ist das Meer,

ist die Liebe.

 

 

Song of Praise  

 

Love is like the Ocean,

Love is like the Ocean,

Inexhaustible, unfathomable, immeasurable:

Wave upon wave crashing down, lifted

Wave upon wave growing, engulfing

Storm- and weather forceful now,

Sun soulful now,

Compliant to the moon,

The unstoppable surface,

But in the depth’s continuous working eternal rest,

Undisturbed,

Not disentangle able to the earthly view,

Stiffly dimming in glassy darkness

And in the expanse constantly floating continuously moving,

Unquenched, boundless to the eyes of earth,

Mildly blurring in the light of the ether:

The ringing out of infinity, of infinity

Is the ocean,

Is Love.

 

 

 

10. Amy Marcy Beach    (1867-1944)  

 

 

Within Thy Heart   (Text:A.M.Beach)

 

My Love to Thee I give,

For Thou my love hast won,

Deep in my heart to live,

Thy glance a sunbeam shone,

Thy glance a sunbeam shone.

 

My life to Thee I give

For Thou art life to me,

Within Thy heart to live forever,

Heaven would be,

Within Thy heart to live forever,

Heaven would be!

 

 

In Eurem  Herzen  

 

Meine Liebe gebe ich an Euch,

denn Ihr habt meine Liebe gewonnen,

tief in meinem Herzen zu wohnen,

Euer Blick wie ein Sonnenstrahl schien

Euer Blick wie ein Sonnenstrahl schien.

 

Mein Leben gebe ich an Euch

Denn Ihr seid mir Leben,

in Eurem Herzen für immer zu leben,

wäre der Himmel,

in Eurem Herzen für immer zu leben,

wäre der Himmel!

 

 

 

 

11. Annette von Droste-Hülshoff   (1797-1848)

 

 

All mein Gedanken   (Lochamer Liederbuch)

 

All mein Gedanken die ich hab die sind bei Dir,

Du auserwählter einzig Trost bleib stets bei mir,

Du der Du sollst an mich gedenken.

Hätt ich aller Wunschgewalt

Von Dir wollt ich nit wenken.

 

Du auserwählter einzig Trost gedenke dran,

Leib und Gut das sollst Du ganz zu eigen han,

Dein, Dein, Dein will ich beleiben,

Du gäbst mir Freud und hohen Mut

Und kömst mir Leid vertreiben.

 

Dem allein und niemals mehr das wiß führwar,

tätst Du desgleich in Treu zu mir des war ich froh,

Du, Du, Du sollst von mir nit setzen,

Du gabst mir Freud und hohen Mut

und auch Leibs ergötzen.

 

 

All my thoughts  

 

All my thoughts which I have they are with You,

You chosen, only consolation, remain with me,

You, who have to remember me,

Had I the power of all wishing

I would not leave You.

 

You chosen, only consolation be mindful,

Life and goods, they are all yours,

You, you, you I wish to bring to life,

You give to me joy and high courage

And come to banish sorrows.

 

To You alone and nothing else be assured,

You do the same for me in faithfulness which delights me,

You, You, You will not ever leave me,

You give to me joy and high courage

And also delight to my life.

 

 

 

 

12. Fanny Hensel   (1805-1847)

 

 

Bitte     (Text:Lenau)

 

Weil auf mir du dunkles Auge,

übe Deine ganze Macht,

ernste milde träumereiche,

unergründlich süße Nacht,

ernste milde träumereiche,

unergründlich süße Nacht,

unergründlich süße Nacht.

 

Nimm mit Deinem Zauberdunkel

diese Welt von hinnen mir

daß Du über meinem Leben

einsam schwebest für und für,

daß Du über meinem Leben

einsam schwebest für und für

einsam schwebest für und für.

 

 

Plea  

 

Linger Thou upon me, dark eye

Exercise all Thy power,

Serious mellow dream-rich,

Unfathomable sweet night,

Serious mellow dream-rich,

Unfathomable sweet night,

Unfathomable sweet night.

 

 

Take away with the magic of Thy darkness

This world inside of me

That Thou  mayest all alone

hover over my life,

That Thou mayest all alone

Hover over my life

Hover over my life.

 

 

 

 

13. Muriel Herbert   (1897 – 1984)

 

 

My Lady    (Text:Cara Hornby)

 

Good morning, gentle lady!

The lark is on the wing.

The dew is on the rosebush,

The world begins to sing.

But thou art sleeping, lady;

Throw open wide thy door,

That we may taste the glories

Of meadow, stream and moor.

 

Goodnight, my gentle lady!

The lark no longer sings.

He rests now from his labours

And softly folds his wings.

The moon above is shining,

How soft her gentle light!

Now all the world is sleeping,

My lady sweet, goodnight!

My lady sweet, goodnight!

 

 

Meine Dame  

 

 

Guten Morgen, sanfte Dame!

Die Lärche ist schon in der Luft.

Der Tau liegt auf dem Rosenbusch

Die Welt beginnt zu singen.

Du aber schläfst, meine DSame;

Wirf deine Tür weit auf

Sodaß wir die Herrlichkeiten erfahren mögen

Von Wiesen, Bach und Moor.

 

Gute Nacht, sanfte Dame!

Die Lärche singt nicht länger mehr.

Sie ruht sich nun aus von ihren Mühen

Und faltet leise ihre Flügel.

Der Mond oben scheint,

Wie sanft ist sein Licht!

Nun schläft alle Welt,

Meine liebe Dame, gute Nacht!

Meine liebe Dame, gute Nacht!

 

 

 

 

14. Rebecca Clarke   (1886-1979)  

 

Infant Joy    (Text:William Blake)

 

“I have no name:

I am but two days old”.

What shall I call thee?

“I happy am, Joy is my name”.

Sweet joy befall thee!

Pretty Joy!

Sweet joy, but two days old.

Sweet joy I call thee:

Thou dost smile,

I sing the while,

Sweet joy befall thee!

 

 

Kindesfreude   

 

„Ich habe keinen Namen:

Ich bin nur zwei Tage alt“.

Wie soll ich Dich nennen?

„Ich glücklich bin, mein Name ist Freude“.

Süße Freude komme über Dich!

Hübsche Freude!

Süße Freude, nur zwei Tage alt.

Süße Freude nenne ich Dich:

Du lächelst,

ich singe derweilen,

Süße Freude komme über Dich!

 

 

 

 

15. Lili Boulanger   (1893-1918)

 

 

Au  pied de mon lit    (Text :Frances Jammes)

 

Au pied de mon lit une Vierge négresse

Fut mise par ma mère.

Et j’aime cette Vierge d’une religion un peu italienne.

Virgo Lauretana, debout dans un fond d’or

Qui me faites penser à mille fruits de mer

Que l’on vend sur les quais

Où pas un souffle d’air n’émeut les pavillons

Qui lourdement s’endorment.

Virgo Lauretana, vous savez qu’en ces heures

Où je ne me sens pas digne d’être aimé d’elle

C’est vous dont le parfum me rafraîchit le cœur.

 

 

Am Fuß  meines Bettes   

 

Am Fuß  meines Bettes ist eine schwarze Madonna

Meine Mutter hat sie dorthin getan.

Und ich liebe diese Madonna einer etwas italienischen Religion.

Jungfrau Lauretana, aufrecht stehend auf einem Boden von Gold

Der mich an tausend Früchte des Meeres denken läßt,

die man am Hafenufer verkauft

wo kein Windseufzer den Häuschen entweicht,

die bleiern schlafen.

Jungfrau Lauretana, Ihr wißt, daß während der Stunden

Wo ich mich unwürdig fühle von ihr geliebt zu werden,

Ihr es seid, deren Parfüm mir das Herz erfrischt.

 

 

At the foot end of my bed   

 

At the foot end of my bed is a black Madonna

Put there by my mother.

And I love this Madonna of a religion, a little bit Italian.

Virgin Lauretana, standing on golden ground

That makes me think of a thousand fruits of the ocean,

That are sold at the quay side

Where not one breath of wind escapes from the little houses

That sleep heavily.

Virgin Lauretana, you know during those hours,

Where I do not feel worthy to be loved by her

It is you, who’s perfume refreshes my heart.

 

 

 

 

16. Elizabeth Poston   (1905-1987)

 

 

 

In Praise of Woman   (Text:Harleian MSS)

 

To unpraise womene it were a shame,

For a woman was thy dame.

Our blessèd Lady beareth the name

Of all womene where that they go.

 

A woman is a worthy thing;

They do the washe and do the wringe;

“Lullay, lullay” she doth thee singe;

And yet she hath but care and woe.

 

A woman is a worthy wight;

She serveth a man both daye and night;

Thereto she putteth all her might

And yet she hath but care and woe.

 

 

Lob der Frau    

 

Die Frauen des Lobes zu entheben, wäre eine Schande,

denn sie war eine Frau, deine „Dame“.

„Unsere liebe Frau“ trägt den Namen aller Frauen

Wo auch immer sie hingegen sind.

 

Eine Frau ist ein würdig Ding;

Sie verrichten das Waschen und das Wringen;

„Schlaf ein, schlaf ein“ singt sie dir;

und dennoch hat sie nichts außer Sorge und Leid.

 

Eine Frau ist ein werter Wicht

Sie dienet einem Mann Tag und Nacht

Hierhinein steckt sie ihre ganze Kraft

Und dennoch hat sie nichts außer Sorge und Leid.

 

 

 

 

17. Catharina van Rennes   (1858- 1930)

 

 

Madonna-Kindje   (Text:Louise de Clercq)

 

Madonna-kindje met het goud-blond haar

En twee bruine oogen, die als sterren glanzen,

Met vlugge voetjes, die in’t wiegske dansen,

Ge houdt wel van het leven, zeg het maar!

Bracht ooit een mondje zachter klanken voort,

Bij’t vroolijk grijpen naar de gouden stralen

Als’t gretig handje ‘tzonlicht aan wil halen

Of als ge juichend Vader komen hoort?

Madonna-kindje,

Als ge uw moeder tegen lacht,

Dan denk ik stil aan hooge heilge dingen.

Gij komt de Lente in onze harten zingen

Gij zijt een duifje dat ons vrede bracht! Ah!

 

 

Madonna Kind

 

Madonna Kindlein, mit dem goldblonden Haar

Und zwei braune Augen, die wie Sterne glänzen,

Mit schnellen Füßchen, die in der Wiege tanzen,

Ihr habt das Leben gern, sagt es nur!

Hat jemals ein Mund zartere Klänge hervorgebracht,

Beim fröhlichen Greifen nach den goldenen Strahlen,

Wenn das eifrige Händchen das Sonnenlicht erhaschen will

Oder wenn Ihr jauchzend Vater kommen hört.

Madonnakindlein,

Wenn Ihr Eurer Mutter entgegenlacht,

Dann denke ich still an höhere heilige Dinge.

Ihr kommt den Lenz in unsere Herzen zu singen

Ihr seid ein Täubchen, das und Frieden brachte! Ah!

 

 

Madonna-Child

 

Madonna-child with the golden blond hair

And two brown eyes,that glisten like the stars

With two quick feet, that dance in the cradle,

Thou dost love life, just say so!

Was there ever a mouth that uttered more delicate sounds,

Merrily grasping for the golden beams

When the eager hand tries to catch the sunlight

Or when thou jubilantly heareth Father approaching?

Madonna-child,

When thou smilest at thy mother,

I quietly think of higher, holy things.

Thou comest to sing spring time into our hearts

Thou art a little dove that brought peace to us! Ah!

 

 

 

 

18.          Elizabeth Poston   (1905-1987)

 

 

 

Be still, my sweet sweeting   (Text: Phillip 1565)

 

Be still my sweet sweeting, no longer do cry:

Sing lullaby, lullaby, lullaby baby:

Let dolours be fleeting, I fancy thee, I,

To rock and to lull thee, I will not delay me.

Lullaby baby…..

 

What creature now living would hasten thy woe?

Sing lullaby, lullaby, lullaby baby:

See for thy relieving the time I bestow

To dance and to prance thee as prett’ly as may be.

Lullaby baby…..

 

The gods be thy shield and comfort in need:

Sing lullaby, lullaby, lullaby baby:

They give thee good fortune and well for to speed,

And this to desire, I will not delay me.

Lullaby baby…..

 

 

Sei stille, mein süßer Liebling   

 

Sei stille mein süßer Liebling, weine nicht länger:

Ich singe: still, still still mein Kind

Die Klagen sollen vorübergehend sein, ich mag dich gern, ich,

dich zu wiegen und zu besänftigen, das werde ich ohne Verzögerung tun.

Stille mein Kind.....

 

Welche lebende Kreatur würde dein Leid vermehren?

Ich singe: still, still, still mein Kind

Sieh wieviel Zeit ich verbringe um Dir Erleichterung zu verschaffen

Mit dir zu tanzen und wiegend herumzulaufen, so gut es geht.

Stille mein Kind.....

 

Die Götter seien dein Schutz und dein Trost in Not:

Ich singe: still, still, still mein Kind:

Sie geben die gut Glück und Wohlsein, damit es aufwärts geht,

und dieses zu begehren, das werde ich ohne Verzögerung tun.

Stille mein Kind.....

 

 

 

 

19.          Amy Marcy Beach   (1867-1944)

 

 

Fairy Lullaby   (Text:Shakespeare)

 

Philomel, with melody, sing in our sweet lullaby;

Philomel, Philomel, sing in our sweet lullaby,

Philomel, with melody, sing, sing in our sweet lullaby,

Lulla, lulla, lullaby, lulla, lulla, lullaby.

 

Never harm, nor spell nor charm come our lovely lady nigh;

Never harm, never harm come our lady nigh,

Never harm, nor spell nor charm come our lovely lady nigh;

 

So good night, with lullaby,

So good night with

lulla, lullaby, lullaby, Lulla, lullaby.

 

 

Feen Wiegenlied  

 

Philomel, mit Melodie sing in unserem süßen Wiegenlied,

Philomel, Philomel, sing in unserem süßen Wiegenlied,

Philomel, mit Melodie, sing, sing in unserem süßen Wiegenlied,

Lulla, lulla, lullaby, lulla, lulla, lullaby.

 

Niemals soll Schaden, noch Zauber noch Bann unserer lieblichen Dame nahetreten

Niemals soll Schaden, niemals soll Schaden unsere Dame nahetreten,

Niemals soll Schaden, noch Zauber noch Bann unserer lieblichen Dame

Nahetreten.

 

So zur guten Nacht, mit einem Wiegenlied,

So zur guten Nacht mit

lulla, lullaby, lullaby, Lulla, lullaby.

 

 

 

 

20.          Luise Greger   (1862-1944)

 

 

Weigenlied

 

Schlaf, mein liebes Kind, schlaf ein!

Hin ist Tag und Sonnenschein.

Hast dein fröhlich Werk vollbracht,

Hast gespielt, gescherzt, gelacht.

Bist so müde, schlaf nun ein,

Mutter will auch bei dir sein!

 

Dunkel deckt schon Flur und Wald,

Schaurig ist die Nacht und kalt.

Fest verwahrt ist jedes Haus,

Und die Lichter löschen aus.

Alles neigt sich nun zur Ruh';

Schliess' auch du dein Äuglein zu!

 

Sieh, die Äuglein schlossen sich;

Schläfst so sanft, wie freu' ich mich!

Nicht ein Gliedchen mehr sich regt,

Nur das kleine Herzchen schlägt.

Gottes Vaterauge wacht,

Süsser Engel, gute Nacht!

 

 

 

Lullaby

 

 

 

 

21.          Fémine Schults   (19. – 20.Century?)

 

 

Avondliedje   (Text: Marie Marx Koning)

 

De bloemenoogen zijn geloken

bij domlig wachten op de nacht.

Ze zijn in’t zijig gras gedoken en geuren zacht.

Een nachtegaal vertelt in’t loover aandoenlijk zoet zijn liefde klacht

Een tweede neemt zijn liedjen over en antwoordt zacht.

De hemel droomt zijn schemerdroomen

en buigt naar d’aard die aamloos wacht

Daar waar ze blozend samen komen

Kust hij haar zacht.

 

 

Abendliedchen  

 

Die Blumenaugen haben sich geschlossen

beim schläfrigen Warten auf die Nacht.

Sie sind ins seidige Gras getaucht und duften zart.

Eine Nachtigal erzählt im Klee antunlichst zart ihre Liebesklage

eine zweite übernimmt ihr Liedchen und antwortet zart.

Der Himmel träumt seine Zwielichtträume

und beugt sich zur Erde, die reglos wartet

Dort, wo sie errötend zusammen treffen

küßt er sie zart.

 

 

Evening Song  

The flower eyes have closed

During the drowsy wait for the night.

They sunk into the silken grass and scented tenderly.

A nightingale in the clover tells attractively sweet her lament of love

A second one takes over her song and answers tenderly.

Heaven dreams his twilight dreams

And bends towards the earth, waiting silently

There where they meet blushingly

He kisses her tenderly.

 

 

 

 

22.          Fémine Schults   (19. – 20.Century?)

 

 

Kerstlied

 

De nacht was zwijgend, de nacht was donker in’t veld van Bethlehem.

Geen stemme ruischte er, geen starre blonk er in’t veld van Bethlehem.

Doch eensklaps trilden vreugde psalmen

En heemelsch zongen engelen koren

Daar is een Kindeken een Kindeken geboren

 

En herders zochten vol blijverwachten den Stal van Bethlehem.

Z’aan baden Jesus met diep betrachten ten Stal van Bethlehem.

Hun hart sprong op van louter vreugde

Heil den Messias uitverkoren

Daar is een Kindeken, een Kindeken geboren.

 

Drei Wijzen kwamen toen hergetogen en zochten Bethlehem.

Hel blinkend rees er een ster ten hoogen en wees hun Bethlehem

Ze knielden neer in stille aan bidding

En boden reukwerk en tresoren.

Daar is een Kindeken, een Kindeken geboren

 

Wij hooren immer die psalmen klinken om’t heilig Bethlehem

Wij zien nog immer die starre blinken op’t heilig Bethlehem.

Nog heel ons ziele steeft daar hene

Daar is ons’t eeuwig heil beschoren

Daar is een Kindeken, een Kindeken geboren.

 

 

Weihnachtslied

 

Die Nacht war schweigend, die Nacht war dunkel im Feld von Bethlehem.

Keine Stimme erklang, kein Stern funkelte im Feld von Bethlehem.

Doch auf einen Schlag vibrierten Freudepsalmen

Und himmlisch sangen Engelchöre

Da ist ein Kindlein, ein Kindlein geboren.

 

Und Hirten suchten voll freudiger erwartung den Stall von Bethlehem.

Sie anbeteten Jesus mit tiefem Betrachten im Stall von Bethlehem.

Ihr Herz hüpfte vor lauter Freude

Heil dem Messias auserkoren

Da ist ein Kindlein, ein Kindlein geboren.

 

Drei Weise kamen dahergezogen und suchten Bethlehem.

Stark funkelnd wies ihnen in der Höhe ein Stern den Weg gen Bethlehem.

Sie knieten nieder in stiller Anbetung

Und brachten Räucherwerk und Schätze dar.

Da ist ein Kindlein, ein Kindlein geboren.

 

Wir hören immer noch die Psalmen um das heilige Bethlehem klingen.

Wir sehen noch immer den Stern funkeln über dem heiligen Bethlehem.

Unsere ganze Seele strebt dahin

Da ist uns das ewige Heil beschieden

Da ist ein Kindlein, ein Kindlein geboren.

 

 

Christmas Song

 

The night was silent the night was dark in the field of Bethlehem.

Not a voice uttered, not a star shone in the field of Bethlehem.

But suddenly psalms of joy vibrated

And heavenly sang choirs of angels

There is born a child, a child.

 

And shepherds searched full of joyful anticipation the stable of Bethlehem.

They adored Jesus with deep contemplation in the stable of Bethlehem.

Their hearts leapt with pure joy

Hail to the Saviour, the chosen one

There is born a child, a child.

 

Three wise men came travelling, searching Bethlehem.

Strongly shining, the star above showed the way to Bethlehem.

They kneeled in silent adoration

And offered incense and treasure

There is born a child, a child.

 

We still hear the psalms sounding around holy Bethlehem

We still see the star shining above holy Bethlehem

Our entire soul aims thereto

There eternal salvation has been given to us

There is born a child, a child.

 

 

 

 

23.          Luise Reichardt   (1779 – 1826)

 

 

Die Blume der Blumen   (Text: Philipp Otto Runge)

 

Es blüht eine schöne Blume in einem weiten Land,

die ist so seelig geschaffen, die ist so seelig geschaffen

und wenigen bekannt.

Ihr Duft erfüllet die Tale, ihr Glanz erleuchtet den Wald,

und wo ein Kranker sie siehet,

die Krankheit weichet bald.

 

Wo kommt im Morgenwinde die blitzende Sonne her?

Was glüht am kühlen Abend, was glüht am kühlen Abend

Auf Bergen, an Wolken, im Meer?

Die Bach und Seen erglänzen im klaren Mondesschein

Am Himmel sind unsere Hütten, drin leuchten Sternelein.

 

Drei Könige kamen gezogen zu einem Heiligtum,

der Stern stand über dem Hause, der Stern stand über dem Hause,

drin lag die süße Blum’;

wenn ich zween Augen erblicke, die funkeln hin und her,

so wünsch ich, daß im Herzen dies süße Blümlein wär’!

 

 

The Flower of Flowers

 

There blooms a beautiful flower in a far reaching land,

She is made so soulfully, she is made so soulfully

And only known to few.

Her scent fills the valley, her radiance illuminates the forest,

And where ever a sick person sees her,

The sickness soon flees.

 

From whence comes in the morning wind the glittering sun?

What glows in the cool evening, what glows in the cool evening

On mountains, in clouds and in the sea?

The brooks and seas shine in the clear light of the moon.

At the heavens are our abodes, in which the stars are shining.

 

Three kings came to a sanctuary,

The star was above the house, the star was above the house,

In which lay the sweet flower,

When ever I spy two eyes, that sparkle to and fro,

I greatly desire, that in my heart this flower should be.

 

 

 

 

24.          Augusta Holmès   (1847-1903)

 

 

Noël d’Irlande   (Text: A.Holmès)

 

Rêvez, rêvez enfants d’Irlande,

que le divin Noël vous apport du pain !

Rêvez, rêvez que sur la lande                                                                 

vous chauffez vos pieds nus au flammes de sapin !

 

Rêvez, rêvez, chanteurs d’Irlande,

que les temps reviendront des Héros et des Rois !

Rêvez, rêvez que Dieu commande

Et qu’ll nous rend la Harpe, et la Trèfle, et la croix !

 

Rêvez, rêvez, Martyrs d’Irlande,

Que le jour est venu de gloire et d’équité !

Rêvez ! Et que Noël vous rende

La force des aïeux avec la Liberté !

 

 

 

Irische Weihnachten

 

Träumt, träumt ihr Kinder Irlands

Daß die göttliche Weihnacht euch Brot bringen möge !

Träumt, träumt daß überall im Lande

Ihr eure nackten Füße erwärmen könnt an den Flammen des Tannenbaumes !

 

Träumt, träumt ihr Sänger Irlands

Daß die Zeit der Helden und der Könige wiederkomme !

Träumt, träumt so wie Gott es gebietet

Und daß uns die Harfe, das Kleeblatt und das Kreuz zurückgegeben werde !

 

Träumt, träumt ihr Martyrer Irlands

Daß der Tag der Herrlichkeit und der Gleichberechtigung angebrochen ist !

Träumt ! Und möge Weihnachten euch

Die Kraft der Ahnen mitsamt der Freiheit bringen !

 

 

 

 

 

Christmas in Ireland

 

Dream, dream ye children of Ireland 

That the divine Christmas may bring you bread !

Dream, dream that throughout the land

Ye may warm your naked feet at the flames from the Christmas tree !

 

Dream, dream ye singers of Ireland

That the time may return of the heroes and the kings !

Dream, dream as God commands

And that it may bring us back the Harp, the Shamrock and the Cross !

 

Dream, dream ye martyrs of Ireland,

That the day of glory and equality has dawned !

Dream ! And may Christmas bring to you

The strength of the ancestors together with liberty !

 

 

 

 

25.          Bettine von Arnim   (1785-1859)

 

 

Ein Stern der Lieb’ am Himmelslauf  (Text Achim von Arnim)

 

Ein Stern der Lieb am Himmelslauf die offne Brust mit Glanz umhüllt,

ein Frühling neu im Herzen spielt, ein neues Röslein blüht darauf:

Du bist der Stern voll Lieb’ und Lust, dein Atem kühlet meine Brust,

du bist der Frühling, der mich wärmt, der in des Herzens Blumen schwärmt.

Du hast die Ros ans Herz gelegt, so blühst du außen, blühst darin,

daß Frühlingskraft sich doppelt regt; das Röslein wächst und füllt den Sinn;

ich schwimme in dem Liebesduft, unendlich ist das Blau der Luft.

 

Ihr Sterne wähnt in Winternacht, daß ich von süßem Weine glüh?

Oh freut euch wie ich einsam blüh, mein blühend Herz beim Röslein wacht;

Sie ist der Wein von dem ich glüh, die ich tiefatmend an mich zieh,

sie ist von dir der Liebesschein, du bist in ihr nur doppelt mein,

gern tät sich Lust in Worten kund so lebenswarm, wie Tropfen Blut,

doch mir das Röslein schließt den Mund und tut da kühlend mir so gut,

die Augen füllt ein süßer Drang, o Liebestau, in Tränen Dank.

 

 

A Star of Love on the Vault of Heaven

 

A star of Love on the vault of heaven wraps the open breast in radiance

A new spring plays in the heart thereupon blossoms a new rose:

Thou art the star full of love and delight, your breath cools my breast,

Thou art the spring that warms me, that swarms in the flowers of the heart.

You have placed the rose upon the heart, thus you blossom outside you blossom within,

The strength of spring is doubled; the rose grows and fills the senses,

I swim in the scent of love, without end is the blue of the air.

 

You stars perceive in the night of winter that I am aglow with sweet wine?

O be delighted about my lonely blossoming, my blossoming heart keeps watch with the rose,

She is the wine that has me aglow, that deeply inhaling I towards me draw,

The radiance of love is from thee, doubly you are now mine,

Gladly would delight find expression in words, so warm with life like droplets of blood,

But the rose seals my lips, and yet soothingly relieves me,

A sweet urge fills the eyes, o dew of love, the tears give thanks.

 

 

 

 

26.          Annette von Droste-Hülshoff    (1797-1848)   

 

 

Lied des Harfners   (Text: Goethe)

 

Wer nie sein Brot in Tränen aß,

wer nie die kummervollen Nächte auf seinem Lager,

auf seinem Lager weinend saß,

der kennt euch nicht ihr himmlischen Mächte!

Der kennt euch nicht.

 

 

Song of the Harper

 

Whosoever has never eaten his bread in sorrow,

Whosoever has never sat upon his repose during sorrow filled nights,

Upon his repose being in tears,

He does not know you, you heavenly powers!

He does not know you.

 

 

 

 

27.          Bettine von Arnim   (1785-1859)

 

 

Wanderers Nachtlied   (Text J.W.von Goethe)

 

Der du von dem Himmel bist,

alles Leid und Schmerzen stillest,

den der doppelt elend ist, doppelt mit Erquickung füllest,

ach! Ich bin des Treibens müde,

ach, ich bin des Treibens müde!

Was soll all der Schmerz,

was soll all der Schmerz,

die Lust, was soll die Lust?

Süßer Friede, süßer Friede, komm o komm,

o komm in meine, in meine Brust.

Komm, o komm in meine Brust.

 

 

 

Wanderer’s Night Song

 

Thou, who art from the heavens,

Stilling all sorrow and pain,

Him who is doubly sorrowful, thou fillest doubly with consolation.

Ah! I am tired of all the hustle and bustle,

Ah, I am tired of all the hustle and bustle!

What is the purpose of all this pain,

What is the purpose of all this pain,

And delight, what about delight?

Sweet peace, sweet peace, come, o come,

O come into my breast.

Come, o come into my breast.

 

 

 

 

28.          Augusta Holmès   (1847-1903)

 

 

Noël   (Text: A.Holmès)

 

Trois anges sont venus ce soir

M’apporter de bien belles choses :

L’un deux avait un encensoir,

L’autre avait un chapeau de roses,

Et le troisième avait en main

Une robe toute fleurie

De perles, d’or, et de jasmin,

Comme en a Madame Marie !

Noël ! Noël ! nous venons du ciel

T’apporter ce que tu désires,

Car le bon Dieu au fond du ciel bleu

Est chagrin lorsque tu soupires !

 

Veux tu le bel encensoir d’or,

Ou la rose éclose en couronne ?

Veux tu la robe, ou bien encore

Un collier où l’argent fleuronne ?

Veux tu des fruits du Paradis

Ou du blé des célestes granges ?

Ou comme les bergers, jadis,

Veux tu voir Jesus dans ses langes ?

Noël ! Noël ! Retournez au ciel !

Mes beaux anges, à l’instant même ;

Dans le ciel bleu demandez à Dieu

Le bonheur pour ce lui que j’aime !

 

 

Weihnachten

 

Drei Engel kamen heute Abend

Mir schöne Dinge herbeitragen;

Einer von ihnen hatte ein Weihrauchfaß,

der andere einen Hut von Rosen,

Und der dritte hatte in seiner Hand

Ein ganz blumengeschmücktes Gewand

Mit Perlen, Gold und Jasmin,

So wie sie unsere liebe Frau Maria trägt!

Noël ! Noël ! Wir kommen vom Himmel

Dir was du wünscht, herbeizubringen

Denn der gute Gott im Himmel

Ist traurig weil du seufzt!

 

 

 

Möchtest du das schöne Weihrauchfaß aus Gold,

Oder die Rose eingeschlossen in der Krone?

Möchtest du das Gewand, oder noch besser

Eine Halskette ganz aus Gold?

Möchtest du die Früchte des Paradieses

Oder Mehl aus der himmlischen Scheuer?

Oder wie einst die Hirten,

Möchtest du Jesus in seinen Windeln sehen?

Noël ! Noël ! Kehrt zurück in den Himmel !

Mein lieben Engel, noch in diesem Augenblick,

im blauen Himmel erbittet von Gott

das Glück für denjenigen, den ich liebe!

 

 

Noel

 

Three angels came to me this evening

To bring some beautiful things to me:

One of them had a thurible,

the other a hat of roses,

and the third had in his hand a flower bedecked robe

of pearls, gold and jasmine like our lady Mary!

Noël ! Noël ! We come from the heavens

To bring to you that which you desire,

Because the good God in the depth of the blue heaven

Is sad because you are sighing!

 

Would you like the beautiful thurible of gold

Or the rose enclosed in the crown?

Would you like the robe, or even better

a necklace flourishing with gold?

Would you like the fruits of paradise

Or flour from the heavenly store?

Or like the shepherds of old,

Would you like to see Jesus in his swaddling cloth?

Noël ! Noël ! Return to the heavens,

My beautiful angels, this instant,

In the blue heavens ask of God

The good fortune for him whom I love.

 

 

 

 

29.          Luise Greger   (1862-1944)

 

 

Weihnachtslied   (Text: H.Rösing)

 

O Jesus Kind, Dich bet’ ich an,

Du hast uns allen wohlgetan!

Du bist gekommen zu uns arm,

ein hilflos Kind in Mutterarm!

O Jesuskind, Dich bet’ ich an,

Du hast uns allen wohlgetan!

 

O Jesusknab’, wie lieb ich Dich,

daß Du gekommen auch für mich;

Dein göttlich Auge strahlend lacht

Uns in der dunklen Winternacht.

O Jesusknab’, wie lieb ich Dich,

daß Du gekommen auch für mich.

 

Herr Jesus Christ, schaff’ rein mein Herz,

von Erdennot und Erdenschmerz;

laß uns in dieser Weihenacht

Dir danken für die Himmelspracht,

die Du verheißen uns bei Dir!

Herr Jesus Christ Dir danken wir,

Dir danken wir.

 

 

 

Christmas Song

 

O Christ child, I adore you

You have done good towards all of us!

You came to us in poverty

A helpless child in your mother’s arms!

O Christ child, I adore you

You have done good towards all of us.

 

O Christ child, how I love you,

That you also came for me,

Your divine eye radiates with laughter

For us, in this dark winter’s night.

O Christ child, how I love you,

That you also came for me.

 

Lord Jesus Christ, create a clean heart within me

Free of earth’s distress and Earth’s pain

 

Let us in this hallowed night

Thank you for the glories of heaven,

That you have promised us being with you!

Lord Jesus Christ, we give you thanks,

We give you thanks.

 

 

 

 

30.          Amy Marcy Beach  (1867-1944)

 

 

Empress of Night   (Text: A.M. Beach)

 

Out of the darkness radiant with light

Shineth her Brightness, Empress of Night.

As granules of gold, from her lofty height,

Or cataract bold (Amazing sight, amazing sight!)

Falleth her jewels on ev’ry side,

Lighting the joy-bells, lighting the joy-bells of Christmas tide.

 

Piercing the tree-boughs that wave in the breeze,

Painting their shadows among dead leaves;

Kissing the sea foam that flies in the air,

When tossed from its home in waves so fair;

Silvring all clouds that darken her way,

As she lifts the shrouds, the shrouds of breaking day.

 

 

Herrscherin der Nacht

 

Aus der Dunkelheit, strahlend mit Licht,

scheint ihre Helligkeit, die Herrscherin der Nacht.

Wie Körnchen von Gold, aus ihrer noblen Höhe

Oder ein kühner Katarakt (erstaunlich anzusehen, erstaunlich anzusehen!)

Fällt ihr Geschmeide zu allen Seiten,

Zündet die Freudenglocken an,

zündet die Freudenglocken der Weihnachtszeit an.

 

Die Baumäste durchdringend, die in der Brise bewegen,

Ihren Schatten zwischen den toten Blättern malend:

Den Meeresschaum küssend, der in die Luft fliegt,

wenn er von schönen Wellen aus seinem Zuhause geworfen wird,

Alle Wolken versilbernd, die ihren Weg verdunkeln,

wenn sie den Schleier, den Schleier des heranbrechenden Tages lüftet.

 

 

 

 

 

31.          Emilie Zumsteeg   (1796-1856)

 

 

Am heil’gen Abend

 

Schweigt ihr ernsten Glocken schweiget,

still Getümmel nah und fern,

von dem hohen Himmel steiget

die geweihte Nacht des Herrn!

Wundersame heilge Nacht,

uns zum Trost und Heil gemacht,

Fried, Freude, Licht und Leben hat uns Bethlems Nacht gegeben.

 

Von dem hohen Himmelsthrone,

in ein Pilgerkleid gehüllt,

kommt, daß er auf Erden wohne,

Er des Vaters Ebenbild.

Heilige, geweihte Nacht,

die das Kindlein uns gebracht,

Dir ertönen unsre Lieder,

schweb’ o schwebe sanft hernieder.

 

 

At Christmas Eve

 

Silent, you solemn bells, silent,

Calm be all hustle and bustle far and near,

From the high heavens descends

The hallowed night of the Lord!

Miraculous, holy night,

Made to bring us comfort and consolation,

Peace, joy, light and life Bethlehem’s night brought to us.

 

From the high heavenly throne,

Wrapped in a pilgrim’s cloak,

It happens that he lives on earth

He, the image of the Father.

Holy, hallowed night,

That was brought to us by the child,

To you our songs ring out,

Hover, o hover gently down.

 

 

 

 

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